schauspiel hannover       Mädchen wie die

»DENN SIE IST NE SPIELVERDERBERIN, WEIL SIE ES NICHT GEMACHT HAT, UND SIE WÄRE NE SCHLAMPE, WENN SIE ES GEMACHT HÄTTE, ABER WIE SOLL SIE DENN IN DEN RAUM DAZWISCHEN KOMMEN?«

Bei einer größeren Ansammlung von Mädchen spricht man gern von einem Hühnerhaufen. Sie gackern, gickern und plustern sich auf. Doch die Hühnerhof-Idylle trügt. Kommt eine Henne neu in die Gruppe, beginnt ein erbarmungsloser Kampf um die Hackordnung, so lange, bis die neue Henne ihren Platz kennt – oder tot ist. Da sind Mädchen wesentlich schlauer. Sie kennen die Ordnung schon und brauchen nur noch hacken. Und das tun sie, als Scarletts Ex-Freund ein Nacktfoto von ihr an alle in der Schule schickt. »So eine Schlampe, denken sie, meiden Scarlett, verspotten und beleidigen sie.« Sie treiben Scarlett so lange in die Enge, bis sie fürchten, dass sie sich das Leben genommen hat. Als sie Scarlett schließlich an einer neuen Schule entdecken, gibt es kein Halten mehr. Mädchen wie die bringen schließlich die ganze Gruppe in Verruf.
Evan Placey schreibt so schonungslos wie unterhaltsam über Machtverhältnisse und Gewaltdynamik. Und über ein Phänomen, das für viele junge Menschen zum Alltag gehört: Cyber Mobbing. Er stellt der Mädchengruppe drei Frauenschicksale aus dem 20. Jahrhundert gegenüber, die die Richtlinien ihrer Gemeinschaft sprengten, weil sie modern und selbstbewusst waren. Doch diese Kämpfe sind vergessen. Ausgestattet mit Wahlrecht, Frauenquote und Selbstbestimmung hacken sich heute Mädchen wie die wieder die Augen aus und heulen den Hahn an – wobei
ihnen die Kommunikation über das Netz besonders grausame Spielarten ermöglicht.

Theaterstück in Laut- und Gebärdensprache mit hörenden und gehörlosen Schauspieler*innen.


EVAN PLACEY (aufgewachsen in Toronto) lebt, schreibt und unterrichtet in London. Viele seiner Stücke wurden ausgezeichnet. 2015 gewann er für Mädchen wie die den Writers Guild Award als bestes Stück für junges Publikum.

Mit freundlicher Unterstützung von Cochlear, der Stiftung Niedersächsischer Volksbanken und Raiffeisenbanken, der Hannoverschen Volksbank und der Hörregion Hannover

Die Übertitelung des Stücks erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Stiftung Universität Hildesheim

 

Regie Wera Mahne + Bühne und Kostüme Anna Siegrot + Video Declan Hurley + Dramaturgie Janny Fuchs + Gebärdendolmetscher Mira Sander, Undine Schäfer

 

Mit Pia Katharina Jendreizik, Dennis Pörtner, Elena Schmidt, Kassandra Wedel

Termine

10.01. Mi 19:30 Karten
12.01. Fr 19:30 Karten
17.01. Mi 19:30 Karten
18.01. Do 19:30 Karten
19.01. Fr 11:00 Karten

Weitere Termine folgen

Karten-Hotline  0511.9999 1111

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